Von einem der auszog, das E-Bike (Pedelec) für sich zu entdecken,  und meint, hier davon erzählen zu müssen.

1 Jahr StromRadler

Zur Feier ein paar Blümchen in der neuen Fahrradvase 🙂

Vor genau einem Jahr wurde ich StromRadler. Zeit, eine kurze Bilanz zu ziehen.

Zunächst ein paar Zahlen. Genau 2215 km bin ich in dem einen Jahr gefahren, davon knapp 1100 für den Weg zur Arbeit und nach Hause. Damit entfielen entgegen meinen ursprünglichen Schätzungen nicht 2/3 sondern nur die Hälfte aller Kilometer auf den Arbeitsweg. 39 mal bin ich in dem einen Jahr mit dem Rad zur Arbeit, 107 mal bin ich damit insgesamt aus der Garage raus. Es hätte mehr sein können.

Eine Inspektion ist durch, die zweite kommt in Kürze. Vorne und hinten sind je zwei Bremsklotzsätze durch (die Original-Tektro haben mehr Grip und halten länger als die Shimano-Alternative). Der Akku zeigt nach 35 Ladungen keine spürbaren Einschränkungen. Der Wechsel der 1. Kette steht kurz bevor.

Außerdem sind noch zwei Stürze zu vermelden. Ein angeschrammtes Schienbein auf dem FlowTrail und ein »Highsider« durch einen Ölfleck in einer Kurve auf einem Radweg – dummerweise mit 5 Stichen auf der Oberlippe. Vielleicht sollte ich mal über einen Full-Face-Helm nachdenken. ☺

Soweit die nackten Zahlen. Unter dem Strich bereue ich es nicht, mich für genau dieses Rad entschieden zu haben. Klar, ich musste noch einiges investieren, um ein bequemes, straßen- und waldttaugliches sowie wandlungsfähiges Allround-Pedelec zu haben. Und im Wurzelwald und auf den FlowTrails gibt es schon Momente, in denen ein Fully schön wäre. Aber es bleibt dabei: „Kopf über Bauch“. Es wäre die Mehrkosten, das Mehrgewicht und vor allem das Hinterrad-Wippen abseits der Trails nicht Wert gewesen.

Was bleibt nach einem Jahr? Weiter so! Im nächsten Jahr vielleicht noch ein paar längere Touren evtl. sogar einmal mit Übernachtung, mehr Kilometer und öfters damit zur Arbeit und zurück. An der Radausstattung gibt es nicht mehr viel zu verbessern. Hinten wäre ein größeres Ritzel ganz oben schön. Gerade in der Zusammenfahrt mit nicht-elektrifizierten Radlern wird die Trittfrequenz manchmal schon sehr niedrig. Aber auch zum Akkusparen könnte langsamer und geringer unterstützt am Berg helfen. Versuche mit einem 40er oder gar 42er statt dem Original-36er Blatt sind schon geplant. Die Hände kribbeln trotz Ergo-Griffen ab und zu. Wenn der Lenker nur 3 – 4 cm höher käme, wäre die Last auf den Händen deutlich niedriger. Ein steilerer Vorbau könnte es richten – ein Versuch wird folgen.

Achja, und das Navi-Problem ist noch nicht gelöst. Die TAHUNA-App-Tests sind doch nicht so 100% zufriedenstellend. Das Smartphone ist in der wassergeschützten, stabilen Halterung schlecht zu bedienen, und die Ansagen sind auch bei voller Lautstärke draußen kaum zu verstehen. Was die eigentliche Navigation der App betrifft, reicht das für meine Zwecke wohl voll. Vielleicht wird es doch ein TEASI one3X als Stand-Alone-Gerät.

Ein großer Wunsch ist noch ein universeller Lastenanhänger, um mit dem Rad auch mal zum Einkaufen fahren zu können oder vielleicht einmal mit Zelt und mehr auf Tour zu gehen. Und natürlich, um in der nächste großen Bauphase das Werkzeug für den FlowTrail-Ausbau in den Wald karren zu können.

Also: Enjoy the Ride, Lass Dich raus und Keep on Rolling!

Nachtrag: Nur zwei Wochen nach dem Jubiläum hat es einen Sattelbruch gegeben – glücklicherweise so, dass mit einem Kabelbinder die Weiterfahrt möglich war. Eventuell war das Anzugsmoment an der Sattelklemmung nicht optimal, oder es gibt dort einen kleinen Grat. Zumindest war das Sattelgestänge genau an der Kante gebrochen. Da auch das synthetische Obermaterial nach 2000 km schon  mitgenommen war, wird nun die Klemmung geprüft und bei Bedarf entschärft, und dann kommt noch einmal der gleiche Sattel drauf.

Achja, der Test mit dem 40er-Blatt hinten läuft gerade. Obwohl nur gut 10% Unterschied macht es sich bemerkbar. Leider muss die Kette noch verlängert werden, damit der Käfig beim großen Blatt vorne nicht zerstört wird. Ein kleineres Blatt vorne würde es auch tun, nur habe ich kein passendes bislang gefunden.

Nachtrag 2: Ein neuer Sattel ist drauf. Da war kein Grat oder so. Er knarzte und quietschte anfangs, also alle Schrauben (auch die im Sattel) vorsichtig nachgezogen. Jetzt ist Ruhe, ich bin gespannt, ob er wieder 2000 oder sogar mehr Kilometer durchhält.

Inzwischen ist auch eine längere Kette drauf (+4 Glieder und statt der Shimano eine KMC X10e). Jetzt funktioniert es sehr schön.