Von einem der auszog, das E-Bike (Pedelec) für sich zu entdecken,  und meint, hier davon erzählen zu müssen.

Respekt

In jüngster Zeit bekomme ich über soziale Medien zum Teil unsägliche Hasstiraden von Radfahrerinnen und Radfahrern auf andere Verkehrsteilnehmende mit. Mich erstaunt dabei immer wieder, wie wenig Selbstreflexion in den Köpfen existiert.

Hier ein paar Schauerlichkeiten, die mir immer wieder auffallen:

  1. Nachts und in der Dämmerung ohne Licht und Reflektoren unterwegs zu sein, ist nicht nur töricht, sondern lebensmüde. Am besten dann auch keine Leuchtweste, sondern schwarze Kleidung tragen.

    Leuchttypen
    Was für eine Leuchte bist Du denn, die bei 5, 10 oder 15 Meter?
  2. Bei abbiegenden und wartenden Fahrzeugen (egal ob Lkw, Pkw, Motorrad oder andere Radler) von hinten in deren toten Winkel hineinfahren oder noch besser, während des Abbiegemanövers z. B. gleich rechts überholen. Man kann sich auch selbst unnötig in Gefahr bringen.

    Toter Winkel
    Von hinten in den toten Winkel einfahren und möglicherweise rechts überholen ist echt gefährlich.
  3. Auf richtungsgebundenen Radwegen in entgegengesetzter Richtung fahren, das ist wie auf der Autobahn als Geisterfahrer unterwegs zu sein.
  4. Wer mit Kopfhörern und mit entsprechender Beschallung fährt, braucht sich nicht zu wundern, wenn er/sie/* Warnsignale anderer oder näher kommende Kraftfahrzeuge nicht mitbekommt.
  5. Mit dem Fahrrad über den Gehweg oder durch die Fußgängerzone fahren. Das ist, als ob ein Autofahrer den Radweg benutzt, und da ist der Aufschrei der Radelnden groß.

Was hilft:

  • An Regeln (in diesem Fall z. B. die Straßenverkehrsordnung) halten, weil ich das von anderen erwarte und andere von mir. Ohne diese Regeln würde Chaos auf den Straßen herrschen, und das Vorwärtskommen wäre ungleich stressiger und gefährlicher.
  • Sichtbar sein (Licht und Kleidung), denn nur wenn man gesehen wird, können andere vorausschauend reagieren. Für mich heißt das z. B.: Reflektoren nach allen Seiten, Licht schon in der Dämmerung an und gelbe Leuchtelemente an der Kleidung (Leuchtweste, Leuchtgurt, Leuchtelemente an Jacke und Hose…) im Straßenverkehr (möglichst sogar bei Tag).
  • Mit allen Sinnen am Verkehr teilnehmen, also auch dem Gehör. Wer sich seiner Sinne berauben möchte, kann das mit bewusstseinserweiternden bzw. -einschränkenden Substanzen (legal ist z. B. C2H5OH) tun und bleibt dem Straßenverkehr dann einfach fern.
  • Vorausschauend, bremsbereit und rücksichtsvoll fahren. Ich weiß, ich kann schon mal Fehler machen, also muss ich auch mit Fehlern anderer rechnen.
  • Und worauf ich im Straßenverkehr nicht mehr verzichten werde: Ein Rückspiegel! Es reicht ein Kleiner à la B+M CycleStar. Ich fahre den mit 60 mm samt kurzem Arm und habe immer einen Überblick, was von hinten kommt. Mit einer Schraube kann ich den für’s Gelände dann rausnehmen.
  • Als MTB-ler fahre ich grundsätzlich mit Helm, auch auf der Straße. Das verhindert zwar keine Unfälle, aber wenn’s einen schmeißt (egal ob fremd oder selbst verschuldet), dann ist der Schaden an der Birne nicht so groß. Nach einem Highsider auf einem Ölfleck im Kurvenbereich weiß ich, wovon ich rede.

Mit diesen Tips komme ich bislang rund 2000 km pro Jahr gut durch den Verkehr.
Gute Fahrt!