Von einem der auszog, das E-Bike (Pedelec) für sich zu entdecken,  und meint, hier davon erzählen zu müssen.

Voll Öko

von E-Mobilität, Nutzlastverhältnissen, einer Strompreiserhöhung und Naturstrom

Während Automobilkonzerne, Politiker und Medien noch über E-Autos und das bessere Mobilitätskonzept diskutieren, vollzieht sich im Markt fast unbemerkt ein anderer Wandel. Statt bis 2020 1 Millionen E-Autos auf die Straße zu bringen, fahren mittlerweile etwa 3 Millionen E-Bikes auf bundesdeutschen Straßen. Ich bin mir sicher, es werden weitere dazukommen (meine Quelle war eine gedruckte Statistik des ADAC – garantiert keine Fahrradlobbyorganisation).

Gerade in hügelig-bergigen, durchaus ländlich geprägten Gebieten, wie hier um mich herum, mausert sich das E-Bike zur echten Alternative auf mittleren Strecken. So pendle ich etwa je Strecke 15 km zwischen Arbeitsplatz und Wohnung hin und her und brauche dabei pro Richtung nur ca. 20 Minuten mehr als mit dem Auto – aber dafür insgesamt auch 45 Minuten weniger als mit dem ÖPNV. Und ein bisschen „Body Shaping mit Kreislauftraining“ treibe ich gleichzeitig mit und spare mir die zusätzliche, zeitintensive Fitness-Einheit.

Das scheint mir eher die Zukunft der E-Mobilität zu sein, zumal das Verhältnis Nutzlast zu Gesamtlast eindeutig für den Drahtesel spricht. Um meine rund 100 kg auf dem Radl zu transportieren, werden insgesamt 130 kg bewegt. In unserem Mittelklasse-Kombi müssen dazu 1700 kg beschleunigt und abgebremst werden – Faktor 13! Und selbst mit dem Elektrofloh „Twizy“ wären es noch etwa 650 kg – Faktor 5! Die Antriebsform (Öl, Gas, Wasserstoff, Strom…) ist folglich nur eine Seite des Kernproblems, die andere – nach meiner Meinung gewichtigere Seite – ist die zu bewegende Masse.

Lange Vorrede, die auch einen eigenen Beitrag wert gewesen wäre, kurzer Sinn: Ich bin bei der E-Verkehrswende mit dem effizienteren Teil unterwegs und fördere damit zugleich meine Gesundheit. Die E-Wende wird aber erst dann rund, wenn der Ladestrom aus CO2– und kernkraftfreien Quellen kommt. Und das war an der Ladesteckdose bislang nicht zweifelsfrei der Fall. Für den von mir benötigten Ladestrom wurde anderswo ein intransparenter Strommix samt green-washing RECS-Zertifikaten ins Netz gepumpt. Damit ist seit heute Schluss!

Eine angedrohte Preiserhöhung des bisherigen Stromanbieters war willkommener Anlass, die eigene Quelle zu hinterfragen und nach Alternativen zu suchen. Unter den wenigen echten Ökostrom-Anbietern fiel die Wahl dann anhand von Kriterien wie Preis, Kundenzufriedenheit, Förderung von Neuanlagen, Erfahrung am Markt etc.

Ab jetzt pumpt die Naturstrom AG die Elektronen für mein Pedelec ins Netz, und ich fühle mich gleich besser dabei. Das ist ein zusätzlicher Anreiz, 2020 noch öfter auf’s Rad zu steigen. Machst Du mit und strampelst auch mit Ökostrom?